Schon früh im 5. Semester bekommst du die Anmeldeformulare für das Physikum vom Studiendekanat.
Es ist vor allem wichtig, dass du mit deiner wissenschaftlichen/künstlerischen Arbeit im StuFu am besten schon vor dem 5. Semester fertig bist.
Auch dein StuFu Kurs sollte im 5. Semester vor Dezember abgeschlossen sein und die entsprechende Unterschrift sich in deinem Studienbuch befinden!

In diesem Text haben wir einmal den Ablauf aller Prüfungen des Physikums zusammengefasst.
Lernskripte, Vorlesungen und Fragesammlungen kannst du über die Fachschaft beziehen!


Anatomie:

Prüfer: Professor W. Arnold
Protokollant/in: Dr. E. Naumova

Die Anatomieprüfung ist in drei Abschnitte aufgeteilt:

1. Anatomie des Kopfes

Häufigsten Themengebiete:
N. trigeminus; N. maxillaris; N. mandibularis; N. ophthalmicus; N. facialis; Speicheldrüsen; Auge; Ohr; Mundboden

2. Allgemeine Anatomie:

Häufigsten Themengebiete:
Trachea und Lunge; A. carotis ext.; Larynx; Gehirn; Leber; Magen-Darm-Trakt; Nase; Vegetativum; Herz

3. Histologie:

Hier werden zwei Präparate aus dem ZMK Histologiekasten abgefragt.
In der Regel werden besonders Lymphatische Organe, Magen-Darm-Regionen, Niere, hormonelle Organe, Respirationssystem und Zahnentwicklung geprüft. (Es sollte aber der gesamte Kasten beherrscht werden).

Die Prüfung wird mit deiner gesamten Physikumsgruppe angetreten. Der Erste wird zu einem Histologie-Präparat geprüft. Darum hat er am Anfang am wenigsten zeit sich vorzubereiten (Darum wäre es ideal wenn jemand anfängt, der gut in Histologie ist). Während diese Person dann in Histologie geprüft wird, hat der Rest der Gruppe Zeit, sich auch die gestellten Fragen Notizen aufzuschreiben. Jeder Prüfling wird ca. 10 Minuten geprüft. Sprich man hat zwischen 10 und 30 Minuten Zeit, sich auf ein Thema vorzubereiten und sich die Modelle zu recht zustellen. Die Prüfungsatmosphäre ist sehr entspannt. Es herrscht eine gelassene Stimmung und Professor Arnold macht zwischendurch auch mal einen kleinen Witz, was die Prüfung etwas auflockert. Er fragt auch manchmal eine klinische Frage zu einem Thema. Es ist aber nicht schlimm, wenn man diese nicht beantworten kann. Lasst euch davon nicht aus der Ruhe bringen.


Theoretische Zahnärztliche Propädeutik:

Die theoretische Prüfung der Zahnärztlichen Propädeutik ist in drei Abschnitte unterteilt:

1. Werkstoffkunde

Hier werden ausschließlich Werkstoffe abgefragt. Vor allem werden Inhaltsstoffe und Verwendungszweck des Materials abgefragt.

2. Klinische Frage

Bei dieser Frage werden rein klinische Themen, wie z.B. Arbeitsflusspläne geprüft. Es ist wichtig, auch Vor- und Nachteile verschiedener Vorgehensweisen etc. zu kennen.

3. Kurzfrage

Hier sollen Fragen mit ein bis zwei Sätzen beantwortet werden. Ein Kurzfrage lautet zum Beispiel: Was ist der Bennett-Winkel?

Die Fragen zieht ihr euch selbst auf einem großen Kartenstapelt. Das heißt also, dass euch die Prüfer keine „schlechten Themen“ zuspielen können. So ist jeder seines eigenen Glückes Schmied! Dalls ihr ein Thema ziehen solltet, welches sich zu stark mit dem eines anderen Prüflings ähnelt, muss derjenige der als zweites die Karte gezogen hat, eine neue ziehen.
Wenn ihr eine Frage ziehen solltet, zu der ihr wirklich gar nichts sagen könnt, besteht die Möglichkeit eine neue Frage zu ziehen(dieser Fall ist aber noch nie eingetreten). Dalls es aber passieren sollte, wir dafür wird allerdings die Note extrem herabgesetzt!

Die Atmosphäre in der Prüfung ist recht entspannt. Falls man bei einer Frage mal hängen bleibt und nicht weiter weiß, helfen die Prüfer so gut es geht und geben wirklich viele gute Tipps. Es ist sehr wichtig, dass man nur Begriffe verwendet, von denen man auch Ahnung hat, da sehr viele Nachfragen gestellt werden. Es wird besonders auf die Begriffsverwendung geachtet.

Übungsfragen fürs Physikum findet ihr im Propädeutikskript der Fachschaft!


Praktische Zahnärztliche Prüfung:

In der praktischen Prüfung werden verschiedene zahntechnische und zahnmedizinische Bereiche abgeprüft.

Der zeitliche Ablauf der Prüfung gestaltet sich folgendermaßen:

Am ersten Tag des Physikums (in der Regel Montag) werden die Kavo® Modelle verblockt, im Phantom eingespannt und auf Okklusion mit Arkansassteinchen und Kunststoffpolierern eingeschliffen. Hierfür hat man ca. 2-3 Stunden Zeit. Die Okklusion wird von der Aufsicht überprüft.
Die eigentliche Prüfung beginnt für einen der beiden Räume dann am Dienstag für den anderen Raum am Mittwoch, um Staus in der Gipsküche zu vermeiden.
Die Prüfung dauert 5 ½ Tage. Bei Fehlgüssen erhält man ausreichend Reservezeit.
Falls Zähne bei Abformungen abbrechen sollten, kann man der Prüfungsaufsicht einfach Bescheid geben. Der entsprechende Zahn wird dann ausgewechselt. Es fließt nicht in die Note ein, falls zähne abbrechen.
Hauptkriterium in der Bewertung liegt vor allem auf klinisch einsetzbaren Präparationen und suffizienten Versorgungen. Zahntechnische Aspekte, wie z.B. die Ausmodellation der Okklusalfläche oder Politur der Arbeiten sind sekundäre Bewertungskriterium. Wichtig sollte jedem Prüfling aber auch die Ordnung sein. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass der Arbeitsplatz stets einigermaßen aufgeräumt ist und auch zwischendurch, z.B. nach Arbeiten mit der Gipsfräse, der Platz gereinigt wird.
Zu guter Letzt ist auch die Kollegialität während der Prüfung wichtig! Falls Prüfer mitbekommen sollten, dass man einem Kommilitonen die Hilfe verweigert, wird dies negativ vermerkt. Selbstverständlich muss man aber keine Präparation unterbrechen, um jemandem zu helfen. Ein Prüfling sollte auch die Hilfsbereitschaft seiner Komilitonen nicht überstrapazieren und so aus seinem Prüfungsrhythmus zerren.
Vor allem aber darf man keine Arbeiten (also Präparationen, Modellation, Ausarbeitungen etc.) des Kommilitonen übernehmen. Macht man das jedoch trotzdem erhält man eine Ermahnung. Schon zwei Ermahnungen, je nach schwere der Hilfe, können zum Prüfungsausschluss führen. Also Finger weg von fremden Arbeiten!
Ziel sollte immer sein, dass das Semester die Prüfung gemeinsam besteht.


Biochemie

Prüfer: Prof. Kaufmann
Beisitzer: variiert

Die Biochemie Prüfung gliedert sich in zwei Teile.
Als erstes muss man ein Referat vorbereiten, dass man entweder mit PowerPoint oder anderen Darstellungsarten (z.B. gebastelte Modelle) vorträgt, Das Referat sollte maximal 10 Minuten dauern. Danach beginnt der zweite Teil der Prüfung und Prof. Kaufmann stellt Fragen aus allen Gebieten der Biochemie. Er fragt dabei sehr sprunghaft und wechselt schnell und unvermittelt die verschiedenen Themengebiete ab. Man soll sich von dieser Frageart aber nicht aus der Fassung bringen lassen. Prof. Kaufmann ist sehr freundlich und hilft jedem Prüfling so gut es geht, falls dieser mal auf dem Schlauch steht. Teilweise stellt er auch noch Zusatzfragen zu dem Referat. In die Benotung fließen auch die Noten aus der vorangegangenen Prüfung im vierten Semester. Daher sollte man diese Prüfung nicht zu locker nehmen.


Physiologie

Prüfer/in: Prof. Thévenod, Prof. Reißenweber, Prof. Wolff, Dr. Lee und Herr Pötschke
Beisitzer/in: Prof. Thévenod, Prof. Reißenweber, Prof. Wolff, Dr. Lee und Herr Pötschke

Die Prüfung bestreitet man immer nur in zweier Gruppen und dauert eine Stunde.
Dabei werden die Prüflinge abwechselnd im 15 Minuten Rhythmus geprüft.
Die Physiologie Prüfung ist die vorher am schwersten einschätzbare Prüfung, denn die Prüfer (zwei pro Gruppe) differieren von Gruppe zu Gruppe. Da jeder Prüfer sich in seinen Fragen und seiner Prüfungsart unterscheidet, ist es schwer sich auf die Prüfung einzustellen. Die Themengebiete sind zwar die gleichen, aber jeder Prüfer hat seine eigenen Schwerpunkte. Positiv ist aber, dass die Prüfer mit vielen Hilfestellungen versuchen, dem Prüfling auf die Sprünge zu helfen. Viele Prüfer lassen auch gerne den Prüfling etwas zeichnen (z.B. Transportwege in der Belegzelle oder im tubulären System der Niere), also sollte man sich einige Bilder aus dem Taschenatlas merken.

Die Fachschaft hat zu allen Prüfungen Fragensammlungen erstellt!
Wenn du also Bedarf hast, sprich oder schreib uns einfach an!